Die hohe Klangkultur und Dramaturgie der klassischen Musik in Verbindung mit der Kreativität und den Rhythmen des Jazz.

Die Story

Georges Burki wollte aufbrechen: Dem klassisch ausgebildeten Geiger reichte das ausschließliche „Interpretieren“ von bereits komponierter Musik nicht mehr. Zu stark war das Bedürfnis, sich auch mit eigenen Ideen auszudrücken. Die starke eigene Durchdringung durch das große klassische Erbe lebt dennoch weiter. Also vereint sich fortan in „The Georges Burki Collective“, was widersprüchlich erscheint: Komponierte Originale, etwa aus der Feder von Bach, Cesar Franck oder Sergej Rachmaninoff werden in einer Triobesetzung improvisatorisch weiter gedacht – ein neuer, frischer Zugang tut sich auf.

Dem Publikum eröffnet sich das Beste zweier Welten: die hohe Klangkultur und Dramaturgie der klassischen Musik in Verbindung mit der Kreativität und den Rhythmen des Jazz. 

Wenn Georges Burki, Violine, Bassist Raetus Flisch sowie Schlagzeuger Tony Renold dynamisch und virtuos loslegen, rollen sie den Meisterwerken der abendländischen Musikgeschichte einen roten Teppich aus. Bach und Co. fühlen sich sichtbar wohl im Gewand der „wahren klassischen Musik des 20. und 21. Jahrhunderts“. Was Georges Burki darunter versteht, stellt er unmissverständlich klar: Jazz! Nebst seiner Ursprünge im Blues und seiner Derivate Funk und Rock.

Der Jazz lag Georges Burki schon während der eigenen Klassikausbildung in Luzern und Paris im Blut: nach anfänglichen Ausflügen in den modalen Jazz-Rock lernte er beim bekannten Pariser Jazz Geiger Pierre Blanchard erstmals den Bebop kennen. Es sind vor allem dessen bewegliche Muster, die eine magische Anziehungskraft auf den in Berlin geborenen Musiker ausüben. Bebop und Violine stehen erst mal sehr konträr zueinander. Viele Jazz-Stilistiken wurden ursprünglich von Bläsern, Pianisten oder Gitarristen entwickelt. Die klassisch geprägte Phrasierungstechnik auf der Violine erscheint hier wie eine fremde Welt. Georges Burki lässt sich davon nicht abschrecken und hat sich Stilistiken von Bossa Nova über Zigeunerjazz bis hin zum Bebop einverleibt, die er auf seiner alten Cremoneser Meistergeige der Gebrüder Amati, gefertigt im Jahr 1600  zur Entfaltung bringt. Faszinierend genug ist der Aspekt, dass hier Töne für das 21. Jahrhundert auf einem 400 Jahre alten Instrument erklingen. Selbst Johann Sebastian Bachs Kompositionen waren zum Entstehungszeitpunkt dieses Instruments noch ferne Zukunftsmusik. Georges Burki bezeichnet deshalb das rund 50 Jahre vor seiner Violine von Andrea Amati entwickelte Geigenmodell als das „erfolgreichste industrielle Design aller Zeiten“.

Georges Burki, Violine

Geboren in Berlin, lebt heute in der Nähe von Zürich.

Klassisches Violinstudium an den Konservatorien Luzern und Paris bei Gérard Poulet sowie Meisterkurse bei Franco Gulli, Leonid Kogan u.a..

Jazzstudien am CIM und bei Pierre Blanchard in Paris.

Solistendiplom am Konservatorium Luzern mit der Chaconne von Johann Sebastian Bach und dem Violinkonzert von J. Sibelius im KKL Luzern. Auszeichnung mit „Edwin Fischer Preis“.

Gründer des „Duo Paganini“. Diverse Projekte, Gigs und CD-Aufnahmen in den Bereichen Bossa Nova, Zigeunerjazz und Bebop.

Initiator und Eigentümer eines „Kunstbahnhofs“ in Mönchengladbach mit Genre-übergreifendem Kunstschaffen (z.B. Verbindung von bildender Kunst mit Musikimprovisation im Sinne eines Gesamtkunstwerks)

Rätus Flisch, Bass

«Der wunderbare Schweizer Kontrabassist Raetus Flisch» (Peter Rüedi in der Weltwoche), ein Meister des Bogenspiels mit einzigartiger Klangpalette, zählt zu den besten Schweizer Bassisten. Nach Studien am Konservatorium Winterthur und dem Berklee College of Music (u.a. Bruce Gertz, Oscar Stagnaro, Jerry Bergonzy) ist er mit international etablierten Musikern verschiedenster Stilbereiche wie Kenny Drew, Daniel Schnyder, Art Lande, Jorge Ross, Matt Dariau, Gary Burton, Kurt Rosenwinkel u.v.m. aufgetreten. CD-Aufnahmen mit Phil Carmen, „On my Way in L.A.“ (No. 1 Hit in Europa) Max Lässer’s Ark , Phil Cornaz Quartet, Adrian Frey Trio und eigenen Formationen.

Raetus Flisch ist Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

Tony Renold, Drums

Der Schweizer Drummer Tony Renold gehört als «Musicians‘ Musician» zu den landesweit bedeutendsten Vertretern seines Fachs. Den letzten Schliff holte er sich an der Swiss Jazz School Bern sowie in Boston und New York bei eminenten Vertretern seines Fachs wie Billy Brooks, Alan Dawson, Bob Moses, Thommy Campbell, Billy Hart, Duduka Da Fonseca, Kim Plainfield. Mit seinem expressiven wie auch subtilen Spiel bereicherte er nationale und internationale Formationen u.a. mit Paolo Fresu, Sebastian Studnitzky, Eddie Daniels, David Liebman, Dieter Ilg, Franco Ambrosetti, Daniel Schnyder, Adrian Frey. Er setzt sich auch als stilsicherer Bandleader in Szene.

Tony Renold ist Dozent an der an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

Das Projekt Bach

Bach – eine Name so kurz und prägnant, wie die Omnipräsenz dieses Komponisten in nahezu der gesamten abendländischen Musik und darüber hinaus Gültigkeit beansprucht!

Georges Burki empfand bereits in seiner Jugend eine große Faszination für den legendären Schlusssatz aus Bachs d-Moll Partita für Solo-Violine, die Chaconne. Später hat er Bachs Solowerke bei Rudolf Baumgartner, einem ausgewiesenen Bach-Spezialisten studiert und analysiert. Die Chaconne gehörte fast schon folgerichtig zum „Prüfungs-Konzert“ für sein Solistendiplom am Konservatorium Luzern. Maßgebliche künstlerische Anregungen für die eigene Bach-Interpretation erhielt Georges Burki von keinem geringeren als Gérard Poulet, dem bekanntesten Schüler und „fils spirituel“ von Henryk Szering, der seinerseits legendäre Bach-Aufnahmen eingespielt hat.

Die eigene tiefe Prägung durch diesen Giganten der Musikgeschichte lebt dann auch bei der eigenen Öffnung zum Jazz unbeirrt fort. Dabei hat sich Georges Burkis Blick dafür geschärft, wie viele Stilelemente in der Jazzmusik doch ihren eigentlich Wesenskern in der Musik Johann Sebastian Bachs haben: „Jazz berührt mich vor allem dort, wo ich eine Harmonik im Stil von Bach wiederfinde“ bekundet der Schweizer Geiger, der in der aktuellen Triobesetzung Bachs Kompositionen in unterschiedlicher Weise weiter denkt und damit in ihrer Tiefe neu erforscht.

So manche harmonische Neuerungen, welche der Jazzliebhaber normalerweise bei Charly Parker verortet, habe doch in Wahrheit Johann Sebastian Bach schon hunderte Jahre vorher vorweg genommen. Typisch Bachsche harmonische Wendungen oder Akkord-Sequenzen bringen auch im Jazz immer wieder die Sache auf den Punkt – besonders, bei Moll-Tonarten mit ihrer besonderen Expressivität. Als Beispiel hierfür führt Georges Burki eine häufig eingesetzte verminderte Dominante an, die ihn auch als „jazziges“  Ausdrucksmittel besonders anspricht. Hellhörig erfasst und sinnvoll eingesetzt setzen solche stilistischen Schnittstellen eine Dramatik frei, die spannend wie ein Krimi sein kann. Bach war eben ein Spezialist für dramatischen Aufbau – und hat damit ewig gültige Maßstäbe über alle Schubladen von Genres und Stilen hinweg gesetzt.

Ebenso ist Bachs rhythmische Motorik für das berühmte Versetzen von Bergen gut. Was nicht zuletzt zu einem zeitgenössisch-modernen Umgang mit dieser heraus fordert. Bachs Musik darf und soll „swingen“ das ist sogar heute im Klassik-Betrieb wieder erlaubt, wo steif gewordene Riten jahrhundertelang jede Körperlichkeit aus der Musik zu verbannen trachteten.  Man lasse also die treibende Energie der Sechzehntel-Ketten in einer Bach-Giga oder -Allemanda unmittelbar auf sich wirken – im Sinne von Bach dürfte der entstehende „Groove“ jedem Jazzstück von heute das Wasser reichen. Oscar Petersens „Salute to Bach“ ist nur eines von zahllosen Statements aus der Jazzgeschichte hierzu.

Die Jazzimprovisationen und -arrangements von The Georges Burki Collective machen hier sehr spontan und unmittelbar Bachs Musik neu erfahrbar. Allein, weil Bachs Ostinato-Figuren selbst in moderner repetitiver Pop-Musik uneingeschränkt gelten. So könnte die Basslinie von Bachs c-Moll-Passacaglia als Loop für ein modernes Hiphop-Stück herhalten. Aber man sollte sich auch mal trauen, etwas neues daraus zu machen, wie es bei diesem Trio passiert: Etwa die rhythmische Gewichtung verschieben oder mal ein Dreier- zum Vierermetrum modifizieren.

Auch Bach selbst ging schon mit offenen Ohren durch die Musikwelt von damals und sog wie ein Schwamm Einflüsse auf, um sich zu inspirieren, um – gerne auch improvisierend – etwas neues entstehen zu lassen. Die Spurenelemente dafür gehen auch mal über den abendländischen Kulturraum hinaus. Musikforscher bekunden, dass die Tanzform der Sarabande erstmalig in Nordafrika auftrat. Also schließt sich gewissermaßen ein Kreis, wenn The Georges Burki Collective solche alten – von Bach in höchste Kunstmusik übersetzte! -Tanzformen wieder in afroamerikanischen Jazz-Grooves aufgehen lässt.

Die Jazzimprovisationen und -arrangements von The Georges Burki Collective machen sehr spontan und unmittelbar Bachs Musik neu erfahrbar.

Termine

02. Mai 2019
Zürich - Kulturclub Lebewohl Fabrik
Konzertreihe Bach’n more, Jazz im Kontrapunkt
01. Juli 2019
Zürich –Villa Irniger
Konzertreihe Bach’n more, Jazz im Kontrapunkt
03. September 2019
Zürich – Fraumünster
Konzertreihe Bach’n more, Jazz im Kontrapunkt
10. September 2019
Zürich – Fraumünster
Konzertreihe Bach’n more, Jazz im Kontrapunkt
20. September 2019
(D) Mönchengladbach – Kunstbahnhof Geneicken
Konzertreihe Bach’n more, Jazz im Kontrapunkt
29. September 2019
Kirche Sent
Konzertreihe Bach’n more, Jazz im Kontrapunkt
19. Januar 2020
Stadtkirche Lenzburg
Konzertreihe Bach’n more, Jazz im Kontrapunkt

Medien

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Georges Burki Collective

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Kontakt

Ulrike Molitor
T:  +49 (0)30 – 7889 12 40
M: +49 (0)163 – 218 74 27
u.molitor@gbcollective.com

Foto-Credits: Kaupo Kikkas / NO-TE.com

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